6.7.2011

Ausstellung "Gollowitsch - Schicksal einer Leutkircher Familie im Nationalsozialismus"

Am Mittwoch den 6.7. 2011 wurde die Ausstellung "Gollowitsch - Schicksal einer Leutkircher Familie im Nationalsozialismus" mit einem Vortrag des ehemaligen Stadtarchivars Emil Hösch eröffnet.
Im Rahmen der Initiative "Orte des Erinnerns" zeigt das Museum im Bock eine Ausstellung über die jüdische Familie Gollowitsch.
Die Geschichte der Familie und ihres Kaufhauses vor und nach 1933, die Enteignung und der Abbruch des "Schatten" 1938, die Deportation, das Wiedergutmachungsverfahren in den 1950-er Jahren sowie die Erinnerungskultur in Leutkirch sind Themen der Ausstellung. Dokumente und Fotos überwiegend aus dem Stadtarchiv Leutkirch, aber auch aus dem Notariat Leutkirch, dem Stadtarchiv Stuttgart sowie aus Privatbesitz dokumentieren auf Stellwänden und in Vitrinen das Schicksal der Familie. Besonders erwähnenswerte Exponate sind neben den "Judenpässen", einem Werbeplakat von 1924 und den Schulzeugnissen von Margot Gollowitsch auch einige Gegenstände aus dem Familienbesitz der Gollowitsch, wie beispielsweise ein Schreibtisch, ein Spiegel oder ein Ölgemälde.
Außerdem wird ein Modell des Kaufhauses Gollowitsch ausgestellt, das die städtebauliche Bedeutung dieses großen, zentralen Gebäudekomplexes in der Stadtmitte Leutkirchs, der zum Teil 1938 abgerissen wurde, veranschaulicht.
Gleichzeitig ist im Museum im Bock auch die Ausstellung "Leutkirch im Nationalsozialismus - Zeitzeugen erzählen" zu sehen. Sechzehn Schüler des Hans-Multscher-Gymnasiums haben sich im Rahmen eines Seminarkurses mit der Geschichte Leutkirchs in der NS-Zeit beschäftigt. Das Ergebnis ihrer Forschungen, vor allem Gespräche mit Zeitzeugen und intensive Recherchen im Stadtarchiv, präsentieren sie auf je einer Ausstellungstafel. Die Themen reichen von Gleichschaltung, Propaganda und Euthanasie über die Rolle der Kirchen im Dritten Reich bis zu Zwangsarbeitern, Widerstand und Kriegsende.