Gunter Demnig, der Initiator des weltweit größten dezentralen Gedenkprojekts, kommt nach Leutkirch.
Am Montag, den 11. Juli voraussichtlich ab 16.30 Uhr, kommt Gunter Demnig nach Leutkirch, um sogenannte "Stolpersteine" zu verlegen.
Die Steine werden in die Gehwege vor dem Gebäude des Umweltkreises am Gänsbühl (neben Bockgebäude), vor der Lokalredaktion der Schwäbischen Zeitung und vor dem Haus in der Karlstraße 12 gesetzt. Die Aktion findet im Rahmen der Gedenkreihe "Orte des Erinnerns" statt, die im Verlauf des Jahres mehrere Veranstaltungen geplant hat, um an die Deportation der Familie Gollowitsch und der Geschwister Haßler zu erinnern.
Die Leutkircher sind eingeladen, dem Künstler bei seiner Verlegearbeit zuzusehen.
Im Anschluss wird Gunter Demnig sein Projekt, das als größtes dezentrales Kunst- und Gedenkprojekt weltweit gilt, um 19.00 Uhr in einem Bildervortrag im Museum im Bock vorstellen.
So manchem sind sie schon aufgefallen, zum Beispiel bei einem Besuch in München, Stuttgart oder Berlin. Aber auch in Ravensburg und Lindenberg kann man sie schon finden: Sogenannte Stolpersteine. Das sind 10 mal 10 cm große, kubische Betonsteine, auf deren Oberseite eine Messingplatte eingearbeitet ist. Auf diesen Platten stehen die Namen und Daten von Opfern des nationalsozialistischen Terrors.
Die Pflastersteine werden vor den letzten Wohnorten der Opfer verlegt. Der Künstler Gunter Demnig will damit an das Schicksal der Menschen erinnern, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", sagt Gunter Demnig. Seine Intention ist unter anderem, den NS-Opfern, die in den Konzentrationslagern zu Nummern degradiert wurden, ihre Namen zurückzugeben. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten.
Das Projekt Stolpersteine wird Ende Juni 2011 in circa 650 Orten mit über 29.000 verlegten Steinen realisiert sein. Stolpersteine liegen in 14 Orten Österreichs, in 13 Orten Ungarns, in 21 Orten in den Niederlanden, in Brüssel, in Prag und Kolin (Tschechien), in Wroclaw und Slubice (Polen), und in Perejaslaw (Ukraine). Im Januar 2010 wurden die ersten Steine in Rom verlegt und im August 2010 in Oslo.
Viele weitere Orte haben angefragt; so auch Leutkirch, das am nächsten Montag an der Reihe sein wird.