"Zeig' Rückgrat" - mit diesem Slogan startet das Bürgerforum Abel in seinen allerersten Kommunalwahlkampf für die Gemeinderatswahl am 7.Juni. Bei der Vollversammlung im Leutkircher Bocksaal konnten 33 Kandidaten und Kandidatinnen für 34 Listenplätze nominiert werden. Das schaffte noch nicht einmal die CDU.
Bürgerforum-Bewerber für den Leutkircher Gemeinderat gibt es aus dem Stadtgebiet sowie aus allen Ortschaften. Insgesamt 33 Kandidaten stellen sich zur Wahl für die 26 Plätze im Rathaus. Die Bandbreite reicht dabei vom Landwirt, Flusswart und Förster über den Architekten und Diplom-Ingenieur bis hin zum Lehrer, Arzt und Bildhauer. Jüngster Bewerber ist der noch 17-jährige Lion Sauterleute aus Gebrazhofen, Schulsprecher am Leutkircher Gymnasium und Mitglied im Aktivenrat des Jugendhauses.
So verschieden Alter und Beruf auch sind - die Kandidaten eint alle eins: Sie wollen laut einer Pressemitteilung des Bürgerforums Abel den Leutkircher Bürgern eine echte Alternative zum bisherigen Gemeinderatsgremium bieten, dem es ihrer Meinung nach oft an Transparenz und Bürgernähe fehle. Zu viel werde in Leutkirch hinter verschlossenen Türen entschieden. Alfons Notz, einer der Spitzenkandidaten des Bürgerforums, brachte es bei der Versammlung am Samstagabend im Bocksaal auf den Punkt: "Klenk hat das Fass zum Überlaufen gebracht. 39 Prozent der Leutkircher haben beim Bürgerentscheid mit ,Nein' gestimmt. Sie fühlen sich im Gemeinderat überhaupt nicht repräsentiert." Unter dem Beifall der Mitglieder sagte er weiter: "Seit es uns gibt, gibt es keinen Grund mehr, nicht zur Wahl zu gehen! Wir sind die einzige, echte neue Liste."
Er wünsche sich, dass die allererste Bürgerforum-Kandidatur "eine Wahl der Erfolgsgeschichte" werde. Dafür werde man keine Minute ausruhen. Und, mit einem kleinen Seitenhieb auf die inzwischen schon wieder aufgelöste Gruppierung "Wir lieben Leutkirch": "Reserviert eure Liebe lieber für eure Männer, Frauen und Kinder."
Neben den üblichen Regularien einer Hauptversammlung, die die Vorstandsmitglieder Christine Schneider, Heinz Brünz und Hubert Moosmayer launig und in Rekordzeit über die Bühne brachten, gaben anschließend sechs Kurzreferate erste Ausblicke auf das Wahlprogramm, das in den kommenden Wochen in zahlreichen Veranstaltungen noch ausführlich der Öffentlichkeit vorgestellt werden wird. In jeweils fünf Minuten stellten die Arbeitsgruppen "Kinder und Jugend", "Natur, Umwelt, Landschaft und Landwirtschaft", "Verkehr", "Energie" sowie "Gemeinde- und Stadtentwicklung" den Ist-Zustand in Leutkirch vor und erläuterten verschiedene Ansätze zu Problemlösungen und Zukunftsprojekten. Diese Thesen werden im wesentlichen die Basis für das Wahlprogramm darstellen.