Bürger sollen in politisches Geschehen involviert werden, Schwäbische Zeitung (16.04.09)

Die Kandidaten des Bürgerforums Abel haben sich und ihr Wahlprogramm in der Galerie Schrade vorgestellt. Einige Bürger nahmen die Möglichkeit wahr, mit den Anwesenden der mitgliederorientierten Wählervereinigung über ihre geplanten Ziele zu sprechen.

Wichtig sei den Kandidaten vor allem, dass politische Entscheidungen von unten her, also von den Bürgern aus, getroffen werden. "Wir wollen die Bürger selbst mehr in politische Angelegenheiten miteinbeziehen", erklärte Martin Wagner, der durch den Abend führte. Das Interesse an politischen Dingen würde auch dadurch geweckt, dass man selbst etwas bewegen kann, war sich die Vorsitzende Christine Schneider sicher. Um Ziele in verschiedenen Bereichen wie Natur und Umwelt, Baupolitik, Verkehr, Jugend oder Kultur umzusetzen, hat das Bürgerforum Arbeitsgruppen für jedes Sachgebiet zusammengestellt. "Da unsere Mitglieder aus unterschiedlichen Berufsgruppen kommen, kümmert sich jeder einzelne um den ihm vertrauten Bereich", erläutern die Kandidaten.

Nach der Vorstellung des breiten Wahlprogramms nutzten die Bürger die Möglichkeit, den Kandidaten Fragen zu stellen und zu diskutieren. Vor allem der angesprochene Bereich der Jugendarbeit sorgte für Gesprächsstoff. "Warum muss man so viel für die Jugend machen? Es gibt so viele Vereine in Leutkirch. Ich denke, wer sich da nicht einordnen kann, der wird sich auch nicht einordnen, wenn noch mehr gemacht wird", bemerkte einer der Bürger. "In der heutigen Zeit finden sich viele Jugendliche einfach nicht mehr zurecht. Wir müssen mit ihnen arbeiten und sie vor dem Abdriften schützen", waren sich die Kandidaten jedoch einig. So lohne sich die Jugendarbeit auch deshalb, weil sie günstiger sei als eine spätere Hilfe beim eventuellen Drogenentzug.

"Ich kann das nicht nachvollziehen. Aus mir ist auch was geworden, obwohl niemand ein Auge auf mich hatte", hieß es aus den Reihen der Besucher. "Aber ihre Eltern hatten ein Auge auf Sie", warf einer der Kandidaten ein. Dies sei heute oft nicht mehr der Fall. Der Vorschlag, eine Jugendwerkstatt aufzubauen, stellt ein Ziel des Bürgerforums dar. "Im Hinblick auf die spätere Berufswahl soll den Jugendlichen hier das Handwerk attraktiv gemacht werden", sagte Wagner.

Bei Projekten sparen

"Ihre Ziele sind schön und gut. Wie aber soll das alles finanziert werden?", wollte einer der Bürger wissen. "Wir können Ihnen heute Abend zwar nicht sagen, woher wir das Geld für einzelne Projekte nehmen. Aber wir sind uns einig, dass wir keinen unnötigen Ausgaben zustimmen werden", antworteten die Kandidaten, die sich vorstellen können, eine Regionalwährung einzuführen, um die Region zu stärken. Im Gemeinderat wolle man sich dafür stark machen, bei umzusetzenden Projekten Einsparungen zu machen. "Wir stimmen keiner Sache zu, die nicht unbedingt notwendig ist."