Am Freitag vergangener Woche stellte sich das BürgerForm Abel und die Kandidaten für den Gemeinderat den Fragen und Anregungen der zahlreich erschienenen Bürger des Teilorts. Nach der kurzen Vorstellung des BürgerForums durch die Vereinsvorsitzende Christine Schneider, die ihre Freude über die vielen interessierten Bürger zum Ausdruck brachte, präsentierten sich die einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten mit einer kurzen persönlichen Vorstellung. Anschließend ging es in eine lebhafte und fruchtbare, aber zu jeder Zeit respektvolle Diskussion.

Wie zu erwarten, war das Topthema des Tages die latent vorhandene Hochwassergefahr durch den Tobelbach, der in der Vergangenheit schon häufig zu Überflutungen geführt hatte. Besonders Gewässerexperte und Stauwärter Erwin Mader aus Urlau, der als Gemeinderatskandidat ebenfalls für das BürgerForum antritt, war hier mit seiner Kompetenz gefragt und beantwortete die Fragen der Bürger umfassend. Im Laufe der Diskussion wurde auch durch die Erfahrungen der Anwohner immer deutlicher, dass der von Teilen der CDU bzw. von Ortsvorsteher Angele favorisierte Plan, einen komplett neuen Flusslauf zu baggern, keine Chance bei der Bevölkerung haben würde. Die Auswirkungen sowohl auf die Landschaft, als auch auf das Grundwasser und die betroffenen Grundstücksbesitzer, so wie die enormen Folgekosten durch die neu entstehende Vegetation entlang des Flusslaufs, werden von den Bürgern als nicht tragbar angesehen. Die enormen Baukosten von über 1,1 Mio. € sprechen ebenfalls für eine andere Lösung. Erwin Mader hierzu: „Um einen schnellen Schutz der Bevölkerung zu erreichen muss vom Sportplatz bis zur Hauptstraße ein sanft ansteigender Wall aufgeschüttet werden, der die vorhandenen Felder als Retentionsflächen mit einbezieht. Parallel dazu muss die Pflege des vorhandenen Bachlaufs erfolgen. Durch Beseitigen von Hindernissen und geschicktem Platzieren von Steinen zum Vermindern der Wassergeschwindigkeit kann die schlimmste Gefahr dann gebannt werden.“ Hierzu merkten einige Bürger an, dass in den letzten Jahren keinerlei Pflege des Bachlaufs erfolgt ist und auch die wichtigen Kiesrückhaltebecken jahrelang nicht geräumt worden seien. Dies ist jedoch Voraussetzung, dass Hochwasserschutz überhaupt funktionieren kann. Als anzustrebende Lösung des Hochwasserproblems sahen alle Anwesenden gegen Ende der Diskussion die Beibehaltung des momentanen Bachlaufs gepaart mit einer ausreichenden Verrohrung ab dem Sportplatz in Richtung Eschach an. Durch diese Rohre soll dann das überschüssige Wasser bei Hochwassergefahr abfließen.
„Wann kommt endlich der Radweg zwischen Urlau und Winterstetten?“, war eine weitere Frage der Anwesenden. Herbert Mendler gab hier fundiert Auskunft, wie die Trassenführung zwischen Urlau und Hinznang gestaltet werden könne. Dass über Jahre nichts geschehen sei, halten viele für einen untragbaren Zustand. „Auch im Hinblick auf Schmidsfelden muss schnelle ein Konzept her, das dann auch umsetzbar ist“, meinte Heinz Brünz, der ebenfalls für das BürgerForum ins Gemeinderatsrennen geht. Die jahrelange Taktiererei mit der Trassenführung müsse ein Ende haben. Einige Bürger riefen auch die von OB Henle während seines Wahlkampfs versprochene Stärkung der Ortschaften wieder ins Bewusstsein zurück. Es brauche endlich einen Ortschaftsrat, der die Ortschaftsinteressen in der Gemeinde auch klar und deutlich vertritt. „Genau diese Stärkung der Ortschaften und der Bürger ist unser politischer Kern. Wir fordern Offenheit und Bürgerbeteiligung bei allen wichtigen Entscheidungen“, forderte Gemeinderatskandidat Franz Stark. „Es kann nicht sein, dass ein Ortschaftsrat sich eindeutig gegen eine Sache ausspricht und dieser Beschluss dann im Gemeinderat ins Gegenteil verkehrt wird, wie in der Vergangenheit geschehen.“
Gegen 23.00 Uhr konnte Christine Schneider die Veranstaltung beenden, nicht ohne vorher noch die für den Ortschaftsrat kandidierenden BürgerForums-Mitglieder zu nennen: Dr. Jutta Berger, Karl-Heinz Forderer, Roland Schumacher, Beatrice Sommer-Kinzel und Martin Durber.